Kräuter-Käseplatte zum 15. August: so richtest du sie an
Der 15. August, Mariä Himmelfahrt — im Zillertal heißt das: Kräuterweihe, Buschen binden, und danach eine Jausn, die nach Alm schmeckt. Eine Käseplatte aus drei Kräuter-Käsen des BergSenn passt an diesem Tag besser als alles andere.
Mehr über den Hintergrund des Festes — Kräutersegen, Tradition und die Rolle der Almpflanzen — findest du in unserem Haupt-Artikel zur Kräuterweihe.

Die drei Käse — und die Reihenfolge, in der du sie anbietest
Beim Anrichten einer Kräuter-Käseplatte zu Mariä Himmelfahrt geht es nicht nur ums Aussehen. Die Reihenfolge beim Verkosten macht den Unterschied: mild zuerst, dann würzig, zuletzt süßlich-blumig.
1. Heublumenkäse — der Einstieg. Seine Rinde ist mit getrockneten Alm-Heublumen bedeckt; im Anschnitt zeigt er eine cremig-zarte Textur. Das Aroma ist mild und leicht süßlich, eine Erinnerung an Sommerwiesen. Leg ihn links auf das Brett — von dort startet die Verkostung.
→ Zillertaler BergSenn Heublumenkäse — ausgezeichnet mit DLG-Gold 2020. Mehr zum Käse selbst im Porträt des Heublumenkäses.
2. Bockshornklee-Käse — die Mitte. Der Bockshornklee gibt ihm eine deutlich würzigere Note, leicht nussig, mit einem Hauch Bitterkeit im Abgang. Im Schnitt fester als der Heublumenkäse. Er ist der Charakter der Platte.
→ Zillertaler BergSenn Bockshornklee
3. Holunderkäse — der Abschluss. Die Holunderblüte macht ihn sanft und fast schon desserthaft — ein überraschender Abgang nach dem würzigen Bockshornklee. Seine grüne Kräuterrinde macht ihn auch optisch zum Hingucker am rechten Rand des Bretts.
→ Zillertaler BergSenn Holunderkäse

Mengen, Deko-Kräuter und Zubehör
Menge pro Person: ca. 80–100 g Käse gesamt — also gut 25–35 g pro Sorte. Für eine Frauendreißiger Jausn mit 4 Personen planst du rund 350–400 g auf der Platte.
Deko-Kräuter — nur für das Auge: Schafgarbe und Frauenmantel sind klassische Kräuterweih-Pflanzen. Auf die Platte kommen sie als Dekoration zwischen den Käsen — nicht zum Essen. Ein paar Zweige Schafgarbe neben dem Heublumenkäse, ein Blatt Frauenmantel am Rand. Das erinnert an den Kräuterbuschen und macht die Platte zum Bild.
Honig mit Nüssen: Ein kleines Schälchen Honig mit Nüssen in die Mitte des Bretts — ideal zum Holunderkäse, der die Süße aufnimmt und weiterführt.
Brot: Ein kräftiges Tiroler Bauernbrot, in dicke Scheiben geschnitten. Kein Toast, kein Crackergebäck — das Brot soll den Käse tragen, nicht übertönen.
Das Brett aufbauen — Schritt für Schritt
- Brett wählen: Ein rustikales Holzbrett, mindestens 40 cm lang. Kein weißes Plastikschneidebrett.
- Käse positionieren: Links der Heublumenkäse (in Scheiben oder als Stück mit Käsemesser), in der Mitte der Bockshornklee-Käse, rechts der Holunderkäse.
- Honigschälchen: In die Mitte, neben den Bockshornklee-Käse. Löffel nicht vergessen.
- Brot: Außerhalb oder am Rand des Bretts — damit der Käse Platz hat.
- Deko-Kräuter: Schafgarbe und Frauenmantel sparsam zwischen die Käse legen — als Blickfang, nicht als Beilage.
- Messer: Für jeden Käse ein eigenes Käsemesser, damit die Aromen nicht vermischen.
Was dazu passt
Ein Grüner Veltliner — die leichte Mineralik und frische Säure passen gut zu allen drei Käsen ohne einen zu überdecken. Wer’s lieber regional hält: ein Zillertaler Bier, naturtrüb, ergänzt besonders den Bockshornklee-Käse.
Wie der Kräuterbuschen fürs Fest gebunden wird, liest du in unserem Artikel über den Kräuterbuschen aus dem Zillertal. Und wer wissen möchte, welche sieben Pflanzen traditionell in den Buschen kommen — da ist viel Überraschendes dabei.
Diese Käse-Jausn zum 15. August kostet keine Stunde Vorbereitung. Und sie bleibt in Erinnerung.